8. Mai 2016

Das 24.!

Von der AG Polittourismus zum Netzwerk EL

In diesem Jahr fand nun schon zum 24. Mal das (Polit-) Europacamp mit Beteiligung tschechischer, slowakischer und deutscher GenossInnen statt und führte uns räumlich wieder zu den „Wurzeln“ zurück: in die Region des Böhmischen Paradieses.

Bei wundervollstem Wetter gestalteten die ausrichtenden tschechischen GenossInnen ein erlebnisreiches Programm mit Lagerfeuer, Ausflügen in die herrliche Landschaft der vielen Gebirge, Teilnahme an den Gedenkveranstaltungen zum Tag der Befreiung in Jičín und im KZ Terezin.

Am „politischen Tag“ gab es nach dem Politbasar der teilnehmenden Gruppen Gesprächsrunden und lebhafte Meinungsaustausche zu den brennenden Fragen wie die Entwicklung und Rolle der NATO als Instrument der militärischen Absicherung der ökonomischen Interessen von USA und EU, zu TTIP, zur Situation in Rußland/Ukraine und zur Asyl- und Migrationsfrage.
Völlig übereinstimmend die Meinung aller, gegen die weitere Aufrüstung und Ausweitung der NATO und die Militarisierung der Gesellschaft in unseren Ländern eintreten zu  müssen.
In Fragen von Asyl- und Migrationspolitik stimmten alle überein, dass „unsere“ Länder (EU) mitverantwortlich für Fluchtursachen (Krieg, Waffenexporte, Destabilisierung „unerwünschter“ Regierungen, ökonomische Ausbeutung) sind und diese langfristig bekämpft werden müssen. Was mit den vielen Millionen Flüchtlingen geschehen soll, die jetzt  entwurzelt in der Welt unterwegs auf der Suche nach einem Platz zum Über-Leben sind, war ein heftig diskutiertes Thema mit unterschiedlichen Erfahrungen in beiden Ländern: z.B. wollen Syrer und Afghanen nicht in Tschechien bleiben, andererseits ist die Aufnahmewilligkeit Tschechiens bekanntermaßen gering mit entsprechender Reflexion bei den Menschen.
Wirklich berücksichtigen muß man dabei, dass es offenbar eine nicht unbeträchtliche Anzahl von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine gibt. In Städten wie Liberec sahen wir zweisprachige Beschriftungen  an öffentlichen Einrichtungen, auf der Straße hörte man auch russisch und ukrainisch sprechen.

Die Welt, in der Menschen ihr Zuhause verlieren, kann so nicht bleiben!

Die erlebnisreichen Tage endeten mit dem Ausblick auf weitere gemeinsame Aktionen des Netzwerkes EL:

  • das Fest der LINKEN  am 25. Juni in Berlin und
  • das Treffen (linker) Bürgermeister beider Länder und des kommunistischen Bürgermeisters unserer Partnerstadt Montreuil  im Herbst in Templin

2017 wird es dann das 25. Europacamp geben – erstmalig in der Slowakei!

Sonja Newiak