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SFEL-R auf Ostermarsch

In Katterbach in der ehemligen Ausbildungskaserne der „Legion Condor“ trainieren heute amerikanische Kampfhubschrauberpiloten für ihre Einsätze in Afghanistan und Manöver in Osteuropa. In diesem Jahr wurde die Zahl der Kampfhubschrauber um 86 auf 144 aufgestockt.

Durch Brandenburg liefen Truppentransporte der US-Armee mit logistischer Unterstützung von Bundeswehr und Bundesbahn mit dem Ziel - Stationierung in Polen.

Deshalb nahmen die Mitglieder des Ständigen Forums sowohl in Bayern als auch in Brandenburg an den Osterprotesten teil.

Frieden, Solidarität und Freiheit

Ostermarsch 2017 in Ansbach - SFEL-R Zusammenarbeit in Praxis

Der Ostermarsch 2017 in Ansbach ist wie jedes Jahr ein Teil der Ostermärsche in Franken, die gegen US-Militäreinrichtungen in Nordbayern sowie in Ganzdeutschland für Abrüstung und Frieden laufen.

Diesmal sind - wie bereits seit zehn Jahren - ungefähr 30 Kommunisten aus Westböhmen angereist.
Zum Warmup - der Startkundgebung - an der Kampfhubschrauberkaserne in Katterbach, die personell und technisch in diesem Jahr verstärkt wurde für den Einsatz in Osteuropa, erschienen 100 Teilnehmer. „Sie dürfen nicht fotografieren!!“ -  das war die Begrüßung in englischer Sprache - diesmal von der Militärpolizei der US-Garnison.
In meiner Rede auf der Startkundgebung habe ich mich gegen Besatzungüberreste überall in Europa ausgesprochen, wozu auch offensichtlich diese US - Kampfhubschrauberbasis gehört.

Fotos: Miroslav Kavij und Karel Kvit

Auf der Hauptveranstaltung am Nachmittag demonstrierten ungefähr 500 Menschen durch die Altstadt von Ansbach mit klaren antimilitärischen Forderungen. Keine fremden Militärbasen in Europa! Das war das übergreifende Thema aller Redner zu Beginn des Ostermarsches. Der erste und der letzte Redner waren evangelische Priester. 

In den letzten Monaten wurde die Anzahl der Kampfhubschrauber um 86 auf 144 vergrößert. Die neuen Einsatzpläne für Osteuropa standen unter heftiger Kritik wie auch der Lärm bis zwei Uhr früh, Emmisionen und Umweltschäden. Wir wollen keine Hetze und keine Konfrontation mit Russland, wie sie gegenwärtig die  Nato entwickelt.

Unsere Reise hat wie üblich Gustl Ballin - Kommunist aus Nürnberg - gemeinsam mit der KSČM-Westböhmen mit Kommunisten aus Plzeň, Domažlice und Klatovy organisiert. Diesmal war der Aufruf zum Ostermarsch in der „Nürnberger Zeitung“ und den „Nürnberger Nachrichten“ veröffentlicht mit Unterstützerunterschriften von Kommunisten aus Franken und erstmalig auch mit einer böhmischen Unterschrift - meiner.

Jaromír Kohlíček (MdEP) - KSČM

Krieg ist keine Lösung!

Ein Leben in Frieden und Freiheit ist Menschenrecht für alle!

Am Ostermontag 2017 nahm ich auch am 2. Niederlausitzer Ostermarsch für den Frieden teil. Wir waren rund 150 Menschen, die sagten: Krieg ist keine Lösung!

Ein Friedens-Transparent zu halten, war für mich auch neu. Aber es war meine Meinung und ich half gern. Die Ansprachen und Forderungen über Krieg und Frieden waren so vielfältig wie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieses Ostermarschs. Da ging es um die Profitinteressen der Rüstungslobby, die widerliche Bundeswehr-Werbung unter Kindern und Jugendlichen, die Flucht vor Krieg und Hunger, Ursachen von Flucht und Vertreibung, das durch Kriege kommende Elend für die Menschen und die Verantwortung deutscher Politiker und vieles andere zu diesem Thema.
Frau von der Leyen, von vielen auf dem Ostermarsch wohl zu Recht Drohnen-Uschi genannt, hat sieben Kinder. Will sie die auch im Krieg verlieren? Sind ihre Kinder denn überhaupt in der Armee? Sie hat ja wohl mal gesagt, unter den jetzigen Umständen würde sie ihre Kinder nicht zur Bundeswehr schicken. Aber unsere Kinder sind dafür gut genug? Als Frau über 50 will ich diese feige Ministerin nicht verstehen.

Als Mutter von zwei Kindern berührte mich das Thema Krieg und Frieden früher nicht so. Wenn es irgendwo knallte, war es ja so weit weg. Jetzt, wo in vielen Nachrichten über Kriege und Terror berichtet wird und im Osten Europas wieder deutsche Truppen aufgestellt werden, ist es mit meiner Ruhe vorbei. Ich habe Angst vor Krieg und seinen Folgen. Ja, es stimmt, was auf einem Plakat stand: Krieg ist Terror.

Ich bin sauer, wenn ich Bilder von Truppentransporten durch die schöne Lausitz nach dem Osten oder von US-Bomben auf Syrien sehe. Mich erschrecken die Meldungen von Terroranschlägen in diesen Regionen mit vielen unschuldigen Opfern. Haben die Menschen im Osten und in Arabien weniger Recht zum Leben?

Ich bin auf dem Ostermarsch als Mutter und Oma mit vielen Menschen einer Meinung gewesen:

Ein Leben in Frieden und Freiheit ist Menschenrecht für alle!

Über die Gestaltung unseres Lebens entscheiden wir und nicht kriegslüsterne Politiker und Konzerne mit ihren Profitinteressen! Diese Forderungen sind leider bei den meisten Menschen hier noch nicht angekommen, dabei geht es doch um sie selbst. Da müssen wir noch viel tun und stärker werden und uns auf uns selber stützen. Das nimmt uns keiner ab, Frieden ist eine Angelegenheit für alle und nicht nur für Politiker. Aber am 17.04.2017 hörten wir auch ein Versprechen von Birgit Kaufhold: Wenn sie es im kommenden September in den Bundestag schafft, dann wird sie keinem Kriegseinsatz der Bundeswehr im Ausland und keinem deutschen Waffenexport zustimmen. Das überzeugt und muntert auch mich auf.

Sylvia Graul

Fotos: Frithjof Newiak