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im SFEL-R

Monika Hořeni - Haló noviny

Wie der Kapitalismus auf die Menschen wirkt, die Beziehungen verschlechtern sich

Portrait von Dagmar Pokorova

Interview der „Haló noviny“ vom 09.02.2021 mit Dagmar Pokorová, Mitglied des Ständigen Forums der Europäischen Linken - der Regionen (SFEL-R) übersetzt von Helga Katzschmann

Sie sind bekannt für Ihre Zusammenarbeit mit dem SFEL-R. Sagen Sie uns bitte, um welche Plattform es sich handelt und welches Ihre Aufgabe darin ist.

SFEL-R ist ein Netzwerk der Parteien der Europäischen Linken, das auf einer internationalen Basis arbeitet. In diesem Netzwerk sind Parteien der authentischen Linken verbunden, die an dieser internationalen Zusammenarbeit teilnehmen. Gegenwärtig arbeiten im SFEL-R die KSČM, ihr angeschlossen sind einige ihrer regionalen Organe, drei Kreisorganisationen der Kommunistischen Partei der Slowakei und die deutsche DIE LINKE zusammen. So weit ich weiß, erwägen auch einige regionale Organisationen der Französischen KP, eine der linken spanischen Parteien, die DKP Bayerns u.a. dort mitzuarbeiten. Meine Aufgabe ist, oft auf Veranstaltungen aus dem Deutschen zu dolmetschen, ich bin eine sog. Kontaktoffizierin.

Wie lange engagieren Sie sich schon in den tschechisch-deutschen Beziehungen der linken Parteien?

Schon sehr lange. Mein Dolmetschen ging aus meinem Beruf hervor. Einmal habe ich im Jahre 1980 für die landwirtschaftliche Kreisverwaltung Kladno gedolmetscht. Auf allen Veranstaltungen, an denen sich unsere Partnerfirmen aus der damaligen DDR beteiligten, habe ich gedolmetscht. An fast allen Wochenenden reiste ich in die DDR, ich habe dieses Land kreuz und quer bereist. Die Landwirtschaftliche Kreisverwaltung vereinbarte mit den ostdeutschen Partnern einen Urlauberaustausch. Die Deutschen kamen zu uns in die Jizerské hory, die tschechischen Touristen fuhren in deren Erholungseinrichtungen im Harz, an den Berliner Seen und an der Ostsee. Bei diesen Aktivitäten habe ich viel gelernt.

Eine dieser bedeutenden Aktivitäten, an denen die Anhänger des SFEL-R teilnehmen, ist die Busreise nach Berlin im Januar, wo in jedem Jahr eine Massenveranstaltung zum Gedenken an die ermordeten sozialistischen und kommunistischen Persönlichkeiten Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht stattfindet. Daran haben auch immer tschechische Antifaschisten teilgenommen und mit ihnen auch Sie. Hat dieser Veranstaltung auch in diesem Jahr während der Pandemie stattgefunden?

Ja, zu diesem Jahrestag haben wir in jedem Jahr einen Autobus aus der Tschechischen Republik geschickt, in dem mindestens die Hälfte junge Leute und die andere Hälfte unsere ständigen Anhänger waren. In diesem Jahr hat das Coronavirus jedoch alles verändert, selbstverständlich haben keine Massenveranstaltungen stattgefunden – ja, unter normalen Umständen ist es für Berlin typisch, dass zum Gedenken an Luxemburg, Liebknecht aber auch an Thälmann und andere Persönlichkeiten der deutschen authentischen Linken zehntausende Menschen kommen. Die Deutschen hatten in diesem Jahr sehr strenge Einschränkungen, wie weit sie sich von ihrer Wohnung entfernen konnten.
Deshalb mussten wir für dieses Jahr einen anderen Weg wählen um Luxemburg und Liebknecht zu ehren. Wenn es wieder möglich sein wird, legen die deutschen Mitarbeiter für uns alle Mitglieder des SFEL-R Blumen nieder und wir bezahlen das. Aber wie ich gehört habe, obwohl das diesjährige Gedenken in Berlin sehr klein war, hat zum ersten Mal auf der LL-Demo die Polizei Gummiknüppel eingesetzt. Die deutsche Polizei verwehrte denen, die trotz des allgemeinen Verbots kamen, Luxemburg und Liebknecht zu ehren.

Wo haben Sie Deutsch gelernt?

Ich habe Deutsch mit der Muttermilch aufgesogen. Ich komme aus einer gemischten Ehe, meine Mutter war Deutsche, mein Vater war Tscheche. So habe ich von klein an mit jedem meiner Eltern in dessen Muttersprache gesprochen.

Erzählen Sie mehr über das Schicksal Ihrer Mutter, aus welchem Milieu kam sie, wo lebte sie, bevor sich Ihre Eltern kennenlernten?

Meine Mutter Stefanie wurde in Loučka bei Krnov im Jahre 1910 geboren. Das war eine deutschsprechende Gemeinde. Es gab nur deutsche Schulen, in Teplice besuchte sie die deutsche ökonomische Schule, wo sie auch tschechisch lernte. Danach arbeitete sie in einem Betrieb als tschechische Korrespondetin, sie machte also die Betriebskorrespondenz in tschechisch.
Sie kommt aus der Familie eines hervorragenden Gärtners, der dank seines gärtnerischen Verstandes in deutschen Schlossgärten arbeitete, z.B. auch in Schönbrunn in Wien und sogar in Versailles. Er arbeitete im Ausland immer einige Jahre als Praktikant und kam dann nach Hause zurück. Mein Vater war Tscheche, er hieß František Císař. Als meine Mutter und mein Vater sich verliebten, bemühte er sich, gut Deutsch zu lernen. Vater war tschechoslowakischer Kommunist. Meine Eltern heirateten 1935 und siedelten nach dem Ende des II. Weltkrieges in das Haus in Sutom über, das ist jetzt ein Teil von Třebenice im Gebiet Litoměřice. In diesem Haus wohne ich jetzt. Während der Ehe benutzten meine Eltern beide Sprachen.

Ab der zweiten Hälfte der 30-er Jahre wuchsen die Spannungen zwischen Tschechen und Deutschen im Grenzgebiet, was im Jahre 1938 in Angriffen der „Ordner“ und im deutsch-tschechischen Krieg – ausgebrochen am 17.September 1938 gipfelte als das Freikorps gegründet wurde und seine Angehörigen mit terroristischen Tätlichkeiten auf tschechoslowakischem Territorium begannen. Wie haben Ihre Mutter und Ihr Vater das erlebt?

Sie haben das sehr schwer durchlebt. Meine Mutter sah, dass die Lage schlimm war, sie war von ihrem Vater zum Freidenkertum erzogen worden. Und ihre Mutter, also meine Großmutter, die eine einfache Frau war, sagte in der Zeit des Münchner Verrats: „Das ist das Ende Deutschlands.“
Mein Vater war als Kommunist arbeitslos. Von Beruf her war er Schmied und Hufschmied. Da war mein Bruder schon geboren. Und so hat meine Mutter, die immer noch als Korrespondentin arbeitete die Familie abgesichert. Die Ernährerin der Familie war in dieser Zeit einfach sie. Bei den Wahlen wählten meine Eltern die KPTsch.
Nach dem Münchner Abkommen kam Sutom zum Reich, wo auch die Eltern meiner Mutter lebten, aber gleich daneben das Städtchen Třebenice gehörte schon zur umklammerten Republik. Dazwischen war bei Tepla die Grenze mit Kontrolle. Also wenn meine Eltern, die in Třebenice wohnten, die Mutter, die Geschwister und die Eltern besuchen wollten, mussten sie mit einem Pass über die Grenze und mein Vater als Tscheche musste einen eintägigen Passierschein beantragen.

Was geschah mit Ihren Eltern nach dem 15. März 1939?

Mein Vater bekam Arbeit als Heizer auf einem Frachtschiff, das auf der Elbe verkehrte. Meine Mutter war mit ihrem Sohn zu Hause. Ich wurde im Jahre 1944 geboren.
Mein Vater war im illegalen Widerstand. Er hat niemals darüber gesprochen, aber ich weiß, dass er z.B. einem französischen Gefangenen Brot gegeben hat, wofür er „nur“ sechs Wochen Gefängnis bekam.
Auch meine Mutter verhielt sich antifaschistisch. Sie erzählte mir, dass sie im Frühjahr 1945 einer Französin ihren Pass gegeben hatte. Sie tauschten die Fotos aus, damit diese fliehen konnte, denn ihr brannte der Boden unter den Füßen.

Nach dem II. Weltkrieg wurden die deutschen Bewohner unseres Landes und Polens ausgesiedelt, ausgenommen Antifaschisten und wichtige Fachleute für unsere Volkswirtschaft. Ihre Mutter blieb. War der Grund die gemischte Ehe?

Meine Mutter wollte mit der deutschen Mehrheit der Bewohner von Sutom anderer Gemeinden gehen, aber sie hätte die Kinder hierlassen müssen, denn die waren Tschechen, also mich und meinen Bruder. Aber sie verließ natürlich ihre Kinder nicht und konnte deshalb auf der Grundlage der gemischten Ehe bleiben.
Die ausgesiedelten deutschen Familien kamen nach Litoměřice in ein Sammellager, einschließlich aller meiner Tanten und weiterer Verwandten meiner Mutter. Bereits 1945 wurde eine der Schwestern in die amerikanische Zone ausgesiedelt. Die anderen wurden 1946 in die sowjetische Zone ausgesiedelt. Sicher war das für meine Mutter und ihre Familie schwer, die vier Schwestern wurden getrennt. Zwei gingen in die sowjetische Zone, die dritte blieb in der Tschechoslowakei.
Im Jahre 1956, als die Grenzen zwischen den östlichen Blöcken geöffnet wurden, kam meine jüngste Tante uns besuchen. Danach fuhren wieder wir zwei – meine Mutter und ich - zu ihnen. Wir hatten ein Visum für 28 Tage. Also traf meine Mutter ihre Schwestern und deren Familien, aber auch ihre Kameradinnen und weitere Bekannte aus früheren Jahren.

Wie war Ihre Kindheit in einer deutsch-tschechischen Familie? Wie haben sie als Kind erlebt, dass ihre Mutter Deutsche war, was in der Nachkriegszeit ein schweres Stigma war?

Als Kind sind sie sich dessen nicht bewusst und so habe ich in der Öffentlichkeit auch mit meiner Mutter deutsch gesprochen, so wie es bei uns üblich war. Und das war nach dem Krieg wirklich verdächtig. Die Menschen reagierten sehr empfindlich auf die deutsche Sprache. Ich weiß noch, dass meine Mutter zum SNB [Sbor národní bezpečnosti - „Korps für die Nationale Sicherheit“ war die übergeordnete Behörde für polizeiliche und geheimdienstliche Aufgaben - Überorganisation der tschechischen Polizei - d. Red.] bestellt und ihr vorgeworfen wurde, dass sie ihr Kind in „deutschem Sinn“ erziehe. Das war ihr unangenehm. Sie lebte in der Tschechoslowakei und musste so deren Gesetze achten.

Die Mutter Antifaschistin, der Vater Kommunist. Führte auch Ihr Weg in die kommunistische Partei?

Ja, die Eltern hatten mich natürlich beeinflusst. Erst nach dem Umbruch im Jahre 1989 wurde ich Vorsitzende einer Grundorganisation, weil ich vorher sehr kritisch gegenüber „Schaumschlägern“ war und nicht zu den Auserwählten gehörte.
Dann brachte ich mich nach und nach in die Tätigkeit der Kreisorganisation Kladno und der Stadtleitung von Slaný ein, und so kam ich mit Leuten zusammen, die die internationale Zusammenarbeit im Rahmen des SFEL-R zum Laufen brachten. Seit 2007 dolmetsche ich auf verschiedenen Veranstaltungen, z.B. den Europa-Camps, die die SFEL-R unter normalen Bedingungen veranstaltet.

Verfolgen Sie die Aktivitäten der sudetendeutschen Landsmannschaft?

Ja. Und ich weiß auch, dass die ausgesiedelten Deutschen keine Rückkehr in ihre ursprünglichen Häuser anstreben. So kommen z.B. von Zeit zu Zeit ehemalige deutsche Bewohner nach Třebenice und Umgebung und die Einheimischen schicken sie immer zu mir. Sie sagen sich, dass ich mit ihnen reden kann. Ich habe schon einige Male ermöglicht, dass sie zwei bis drei Häuser hier betreten können. Niemand hat erwogen zurückzukehren, im Gegenteil, sie sagen, sie haben schon eine andere Heimat.
Es hat mich immer gestört, wie das auf den Treffen der Landsmannschaft aussieht, wo jedes abgeschobene Dorf oder jede Stadt ihre Wappen mit der deutschen Bezeichnung hochhalten. Zu diesen Treffen kamen auch Menschen aus Ostdeutschland, und nur deshalb, weil sie ihre Bekannten sehen konnten. Aber mit der Politik der Landsmannschaft, der Politik Posselts haben sie nichts gemein.

Ihre Mutter hat nie bedauert, dass sie in der Tschechoslowakei geblieben ist?

Ich glaube nicht, sie hat sich eingewöhnt. Sie sprach fließend tschechisch, niemand hat erkannt, dass sie Deutsche war. Nur ein Wort konnte sie mit Mühe nicht aussprechen – vorvaň. Aber anfangs hat sie oft gesagt, dass sie hätte darauf bestehen sollen, dass die ganze Familie in die Aussiedlung gehe. Es hat sie gestört, dass sie mit niemandem deutsch reden konnte.

In den letzten Wahlen wurde die Wahlunterstützung für die KSČM immer geringer. Wo sehen Sie die Gründe?

Das ist in ganz Europa so. Den Menschen geht es gut, besonders in unserer Republik. Warum sollten sie sich irgendwo organisieren? Eine linke Partei ist, wenn sie den Arbeitenden ein anständiges Leben und ihre Rechte sichert, das erste Opfer des hohen Lebensstandards derer, denen sie dient.
Ich meine, dass einige Vertreter der KSČM vergessen, mit den Menschen zu diskutieren, als ob sie kein Interesse an einer Rückkopplung hätten. Deshalb habe ich auch vorgeschlagen, dass hohe Funktionäre der Partei maximal zwei Wahlperioden in ihrer Funktion sein sollten und dann in ihre Kreise und Orte zurückkehren müssen.

Sie haben in Sutomi die sog. Freie Sutomer Superrepublik gegründet. Was ist das? Ich glaube das ist ein Spaß.

Wie das so passiert. Das kam in unserer Gemeinde im Jahre 2004 nach einem Nachbarschaftsgaudi auf so ein Nachbarschaftseinfall. Als FSSR (das ist die Abkürzung Freie Sutomer Superrepublik) organisieren wir ein paar Nachbarschaftsveranstaltungen. Zur Zeit verlangsamen sich unsere Aktivitäten und das nicht nur wegen der Pandemie. Wir haben als Gruppe den 1. Mai, Ostern und Konzerte in der Ortskirche veranstaltet. Aber als der Kapitalismus auf unsere Menschen zu wirken begann, sind die Beziehungen schlechter geworden, so dass wir jetzt eigentlich nur noch am letzten Sonnabend im Juni und August einen Rummel und Silvester organisieren. Wir sind eine Gruppe von Nachbarn, Einheimischen und Freunden mit guter Laune, kein Verein und unser Ziel ist wenigstens zweimal im Jahr zusammenzukommen und die gegenseitigen Beziehungen zu pflegen.
Aber ich bin auch im Ortsklub der Senioren aktiv. Ich rufe jetzt in der Coronazeit unsere Senioren an und rede mit ihnen. Und sie sind mir dafür dankbar.

Ing. Jaromír Kohlíček

geb. am 23.02.1953 - gest. 06.12 2020

Jaromír Kohlíček spricht auf einer Kundgebung

Er war ein Mensch, der Spuren in unseren
Herzen und Köpfen hinterlässt.

Wir verlieren in ihm einen engagierten Kämpfer für Frieden und Antifaschismus.
Gemeinsam mit unseren tschechischen Freunden und Genossen trauern wir um einen Kommunisten der KSČM, der als wahrer Internationalist, Europaabgeordneter und politischer Sprecher eines Netzwerkes der Europäischen Linken (EL) für eine einheitlich handelnde europäische Linke stand.

Sein plötzlicher Tod ist uns Mitgliedern des „Ständigen Forums der Europäischen Linken
– der Regionen“ (SFEL-R) Verpflichtung für ein friedliches, gerechtes und soziales Europa gemeinsam weiter zu kämpfen.

Anja Mayer, Stefan Wollenberg, Thomas Nord (MdB),

Marianne und Horst Brand, Klaus Curth, Sonja und Frithjof Newiak, Lothar Hoffmann, Monika und Peter Schömmel, Angelika Kurowski und Frank Gieschke, Claudia Kirchhoff, Sören Pellmann (MdB), Heiko Kosel, Rosemarie Kersten, Sabine Lichtwald, Ursula Petzsch, Uwe Titscher, Thomas Sodann, Ines Sarnighausen, Kerstin und Markus Labenz

DIE LINKE – Brandenburg              DIE LINKE-Sachsen
Landesverband                                 Landesverband


Fraktion „The Left im Europäischen Parlament“
On the passing of former MEP Jaromír Kohlíček


Haló noviny (mh)

Zemřel Jaromír Kohlíček

Po dlouhé těžké nemoci zemřel v neděli 6. prosince ve věku 67 let Ing. Jaromír Kohlíček, CSc., někdejší europoslanec a poslanec Poslanecké sněmovny PČR.

Byl členem ÚV KSČM, předsedou Městského výboru KSČM Teplice, zastupitelem Ústeckého kraje a města Teplice.

Komunistické, antifašistické a vlastenecké hnutí v něm ztrácejí významnou osobnost.

»Dovolte mi vyjádřit upřímnou soustrast rodině, přátelům, známým i spolupracovníkům u příležitosti úmrtí Jaromíra Kohlíčka. Zachovejme si ve své mysli vzpomínku na přátelského a velmi pracovitého člověka. Vzpomínejme s úctou,« uvedla Miloslava Vostrá, předsedkyně rozpočtového výboru Poslanecké sněmovny.

»Jak na Teplicku, které bylo jeho srdeční záležitostí, tak v KSČM na něho budeme vzpomínat jen v dobrém. Je to velká škoda, že nás opustil, a v takovém věku. Byl to velký sportovec a optimista,« reagoval na Kohlíčkovo úmrtí bývalý hejtman Ústeckého kraje Oldřich Bubeníček

Jaromír Kohlíček byl ve své původní profesi ředitelem sklárny (absolvoval Vysokou školu chemicko-technologickou) a společenské změny po listopadu 1989 ho nasměrovaly do politiky. V letech 1998-2004 působil jako poslanec Poslanecké sněmovny. V roce 2004 byl zvolen europoslancem, pracoval ve výboru pro dopravu a turistiku. Členem Evropského parlamentu byl – s dvouletou přestávkou – do roku 2019. V roce 2014 totiž mandát neobhájil, ale po úmrtí kolegy europoslance Miloslava Ransdorfa jej nahradil a dokončil jeho volební období.

Byl »fajn chlap«

Souběžně s těmito funkcemi byl Jaromír Kohlíček aktivní ve veřejném životě a politické práci v České republice. Byl znám tím, že spolupracoval s bezpočtem spolků a organizací, neodmítal jejich pozvání na besedy, přednášky, semináře a konference, ani na sportovní akce. Měl rád cyklistiku, turistiku a také se angažoval v klubech vojenské historie. Pracoval intenzivně na spolupráci s německými sousedy, bojoval za záchranu kultury a jazyka Lužických Srbů. Při této práci zúročil své skvělé znalosti němčiny, často na akcích zaskakoval jako tlumočník.

Jako bojovník za odzbrojení se účastnil bojů proti americkému radaru v Brdech, mírových Velikonočních pochodů německé levice, jezdil na berlínské manifestace k výročí zavraždění Rosy Luxemburgové a Karla Liebknechta, účastnil se antifašistických manifestací v Drážďanech. Propagoval mírový odkaz pražské rodačky Berthy von Suttnerové, o níž často hovořil i při svých zahraničních cestách. Žel, na vydání nového překladu Suttnerové knihy Složte zbraně! se již nestihl podílet.

Kohlíček spolupracoval s organizacemi sdružujícími antifašisty, neboť obhajoba historické pravdy vážící se k výsledkům a průběhu druhé světové války a k českým dějinám pro něho byla samozřejmostí, a činil tak doma i v zahraničí. Právě jako »pracovitého, obětavého člověka, kolegu, kamaráda, velkého vlastence, který všem obětavě pomáhal, nezlomného bojovníka za historickou pravdu, člověka oddaného životu, rodině a společnosti za pravdu, život v míru a poctivé práci« jej vylíčili v kondolenci předseda a místopředsedové Národní rady KČP Gustav Janáček, Jaroslav Hudec a Marie Hanischová.

»S velikou bolestí v srdci jsem přijal další smutnou zprávu v závěru letošního blbého roku – tentokrát o odchodu vzácného přítele a velkého podporovatele našeho sdružení. Určitě mohu s čistým svědomím za všechny členy trochu lidově vzkázat: Jaromíre, zůstáváš stále s námi, seš fajn chlap!« uvedl předseda Vlasteneckého sdružení antifašistů ČR Zbyšek Kupský.

Muž širokého rozhledu

Přestože byl zorientovaný v širokém rejstříku otázek a témat, mainstreamová média ho míjela. »Měl velice široký rozhled, uměl se ve světě pohybovat. Ostatně ovládal několik světových jazyků,« zavzpomínal historik Emil Voráček, který připomněl i Kohlíčkovu aktivní spolupráci s německou nadací Rosa Luxemburg Stiftung, jejichž konferencí k historickým otázkám v Berlíně se společně účastnili. Europoslancem nebyl papírově, měl mezinárodní přesah, dodal Voráček.

»Skvělý průmyslový manažer a rytíř bez bázně a hany v politice. S panoramatickým rozhledem a darem rozrážet bariéry i v pěti cizích jazycích.« Tak si bude Jaromíra Kohlíčka pamatovat publicista a historik, někdejší místopředseda ÚV KSČM Josef Skála. »Tohle vše ztrácíme v Jardovi Kohlíčkovi. Kamarádovi, na nějž bylo absolutní spolehnutí.«

Skokan

Jaromír Kohlíček byl v letošních říjnových krajských volbách zvolen do Zastupitelstva Ústeckého kraje, slib na ustavujícím zasedání již nestihl. »Jsem v našem kraji jedním ze ‚skokanů‘, který je zvolen. To je snad jediná radost, kterou mám z těchto voleb,« přiznal v rozhovoru pro náš list, který poskytl ještě po krajských volbách. Jeho místo zaujme další zvolený zastupitel Tomáš Zíka. »Moc mě mrzí, že získám mandát zastupitele Ústeckého kraje za těchto smutných okolností,« svěřil se Haló novinám.

Jaromír Kohlíček byl optimistou do poslední chvíle. V polovině listopadu autorce těchto řádků napsal, že nepatrně cvičí, má povolený notebook a »tělo zatím funguje, hlava také«. Připouštěl, že se léčit bude dlouho, ale že »to rozcvičí«...

Haló noviny 07-12-2020                               FOTO – Miloš SKÁCEL

Wie weiter nach dem EL-Kongreß?

aus der Tätigkeit der LAG Netzwerk EL

Der Gedenkstein in Ziegenhals: „7. Feb. 1933 - Illegale Tagung der KPD im Sporthaus Ziegenhals unter Leitung ihres vorsitzenden Ernst Thälmann. Beginn des organisierten widerstandes gegen die Herrschaft des Faschismus“
Delegation der LAG am Gedenkstein

Schwerpunkte der Beratung der Landesarbeitsgemeinschaft Netzwerk Europäische Linke waren die Auswertung des 6. Kongresses der Europäischen Linkspartei (EL) in Malaga, Schlußfolgerungen für unsere Arbeit und Abstimmung der Aktivitäten für 2020.

Der Kongress in Malaga stellte fest und wir können es aus unserer Arbeit bestätigen, dass die Mitgliedsparteien der EL noch stark national geprägt sind und das Wirken der EL bei den Mitgliedern der Parteien praktisch unbekannt ist. Damit kann auch ein gemeinsames Handeln der Parteien schwer entstehen.

Die Vorstände auf allen Ebenen müssen sich deshalb auch zur Europäischen Linkspartei bekennen, diese Mitgliedschaft als Bestandteil ihrer Tätigkeit definieren und internationalistische Arbeit befördern.

Uns sind Kontakte zwischen verschiedenen Parteien bekannt. Aber offenbar ist das "Ständige Forum der Europäischen Linken - der Regionen" (SFEL-R) die einzige Kooperation zwischen Parteien, die sich als Netzwerk der EL definiert und als solches arbeitet.

Die LAG wird sich künftig stärker um die Einbeziehung der regionalen Parteiorganisationen bemühen. Nur durch Zusammenarbeit der GenossInnen an der Basis kann die Europäische Linkspartei als lebendige Kraft national wie international ausstrahlen.

Die nächste Veranstaltung ist eine gemeinsame Frauentagsfeier tschechischer und deutscher Frauen am 07. - 08. März in Rakovnik (60 km westlich von Prag) mit Besuch der Burg Křivoklát. Wie in den vergangenen Jahren ist die Teilnahme von Frauen aus den Kreisverbände gewünscht.
Die Anmeldung erfolgt bei Monika Schömmel bis 25.02.20.

Diesjähriger Höhepunkt wird das Europacamp in Chľaba Kováčov (Slowakei) vom 21. - 24.05.20 sein. Damit sollen vor allem die slowaksichen GenossInnen unterstützt werden, die unter sehr komplizierten Bedingungen politisch arbeiten. Es gibt einen touristischen Tag mit Besuch der Burg Visegrád und einen politischen Tag. Es werden durch die Vertreter der Parteien diskutiert, wie die Zusammenarbeit weiter vertieft werden kann.
Anmeldung und weitere Informationen erhaltet ihr von  Sabine Lichtwald oder über unsere Internetseite.

Eine Delegation der LAG besuchte anschließend die Gedenkstätte Ziegenhals und würdigte die letzte Tagung der KPD, an der Ernst Thälmann teilnahm und den organisierten illegalen Kampf gegen den Faschismus aufnahm. Es wurde auch ein Gebinde der KSČM niedergelegt, auf dessen Schleife zu lesen ist: „Gemeinsam sind wir stark“.

Frithjof Newiak
LAG Netzwerk Europäische Linke                                                                                         Fotos: Frithjof Newiak

Brückenfest

Zeichen für Zusammenarbeit der Linken

Als Mitglied des „Ständigen Forums der Europäischen Linken – der Regionen“ (SFEL-R) setzte die LAG Netzwerk EL beim Brückenfest in Frankfurt /Oder selbst ein Zeichen für einen erfolgreichen Europawahlkampf.

In zahlreichen Gesprächen  informierten sie Genoss*innen und Besucher*innen über die politische Zusammenarbeit mit befreundeten Parteien in der Europäischen Linken (EL). Als regionales Netzwerk, dem  zahlreiche Strukturen linker Parteien aus  Tschechien, der Slowakei, Sachsen und Brandenburg angehören, haben sie in den vielen Jahren ihrer Tätigkeit besonders viele praktische Erfahrungen gesammelt. Was bewegt die Linke in unseren Nachbarländern? Welche politischen und wirtschaftlichen Ursachen führen zu Problemen in den Ländern, besonders Osteuropas?

Man konnte also nicht nur gut Essen beim Fest zum 1.Mai, sondern an den Infoständen der Parteien wurde auch gestritten und informiert. Bereitwillig nahmen die Besucher*innen das Europawahlprogramm der EL an, um nun noch einmal nachzulesen.

Am Abend empfing die LAG den tschechischen Europaabgeordneten Jaromír Kohlíček (KSČM), der auf Einladung unseres Landesvorstandes zu einen Gespräch gemeinsam mit Linken aus Polen eingeladen wurde.

Monika Schömmel
Sprecherin LAG Netzwerk EL                                                                                         Foto: Hans-Peter Schömmel

Gemeinsam gegen den Rechtsruck in Europa!

Petr Šimůnek und Stefan Wollenberg im Gespräch

Auf Einladung der Kommunistischen Partei Böhmens und Mährens (KSČM) besuchte Landesgeschäftsführer Stefan Wollenberg mit einer Delegation des Brandenburger Landesverbandes am 21./22. Februar die tschechischen Genoss*innen in Prag.
Hauptthema des Austauschs mit Petr Šimůnek, dem stellvertretenden Vorsitzenden der KSČM war die Vertiefung der Zusammenarbeit im Rahmen des St§ndigen Forums der Europäischen Linken der Regionen (SFEL-R) sowie die Vorbereitung der Europawahlen und mögliche gemeinsame Aktivitäten. Stefan Wollenberg lud die tschechischen Genoss*innen zur Teilnahme am Europa-Wahlauftakt beim Frankfurter Brückenfest ein. Hier könnten die Europäischen LINKEN gemeinsam ein starkes Zeichen für ein einiges und soziales Europa setzen.
Im Austausch wurde deutlich, dass der allgemeine Rechtsruck ein Thema ist, das europaweit die Auseinandersetzungen bestimmt. Die KSČM hat zur Europawahl ein Bündnis mit den tschechischen demokratischen Sozialisten und der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei gebildet, um starke Ergebnisse für progressive linke Positionen zu erreichen. Die eher pro-europäisch eingestellte Jugend des Landes soll vor allem mit jungen Kandidat*innen angesprochen werden. Auf den ersten zehn Listenplätzen des tschechischen Wahlbündnisses werden deshalb nur Kandidat*innen unter 45 Jahren antreten – ein sehr positives Signal.
Am 22. Februar nahm die Brandenburger Delegation an einer Konferenz der tschechischen Rosa-Luxemburg-Stiftung teil. Thema war das Werk des verstorbenen tschechischen Publizisten und Europa-Abgeordneten Miroslav Ransdorf und die Schlussfolgerungen daraus für die weitere Ausrichtung der Linken in Tschechien. In seinem Grußwort betonte Stefan Wollenberg, das es darauf ankomme, dem Rechtsruck in Europa etwas gemeinsam entgegenzusetzen. Die Rechte sei längst europaweit exzellent vernetzt und pflege intensive Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg. Die Linke habe hierauf derzeit keine überzeugende Antwort. Deshalb komme es darauf an, weniger nach den Differenzen zu suchen als die gemeinsamen Interessen und Ideen in den Vordergrund zu stellen. Und die soziale Frage, die die Menschen im Kern bewege, die Frage nach den eigenen Lebenschancen und Zukunftsaussichten, die stelle sich überall in Europa in gleicher Weise. Darauf gelte es, gemeinsame Antworten zu entwickeln.
In diesem Sinne vereinbarten sich beide Seiten, künftig auch einen Austausch zu Schwerpunktthemen auf der Vorstandsebene beider Parteien zu organisieren, um gemeinsames Handeln voranzubringen. Der Besuch der tschechischen Genoss*innen auf dem Brückenfest wird hoffentlich ein erster Schritt in diese Richtung sein.

Stefan Wollenberg
Landesgeschäftsführer

12-11-2018

Für ein friedliches und soziales Europa

Bericht vom Treffen des Koordinierungsrates

Vom 10. bis 11.Nov. 2018 trafen sich die Koordinatoren des regionalen Netzwerkes der EL zur abschließenden Sitzung  in Vorbereitung der Europawahlen und der Planung gemeinsamer Aktivitäten der Mitglieder des SFEL-R.

Unter Leitung der Hauptkoordinatorin Marie Krejčová (KSČM) und ihres Stellvertreters Hans-Peter Schömmel aus Brandenburg wurden für den Zeitraum bis Juni 2019 und gemeinsame Aktionen im Europawahlkampf festgelegt und beschlossen. Von Seiten der wurde das Interesse bekundet, an den beim Landestreffen in Svojšice (CZ) diskutierten gemeinsamen Wahlkampfaktionen mit dem LV- Brandenburg im ersten Halbjahr 2019 festzuhalten. Schlussfolgernd für die eigene politische und organisatorische Arbeit des regionalen Netzwerkes der EL wurden Festlegungen und Initiativen im gemeinsamen Friedenskampf, den Kampf zur Ächtung der Atomwaffen und einer zwingenden Abrüstung wiederholt. Konkret sollen dafür Unterschriftensammlungen durchgeführt werden und soll es 2019 mindestens zwei Foren zu aktuellen politischen Themen mit den Unterzeichnern des Rahmenvertrages stattfinden.
Eine starke Delegation der wird zum 100. Todestag von Karl und Rosa an der Ehrung und der Demonstration am 13. 01. 2019 in Berlin teilnehmen. Die traditionelle gemeinsame Veranstaltung zum Internationalen Frauentag wird am 09.03.2019 im Land Brandenburg stattfinden. Das Europacamp wird vom Kreisverband der KSČM Ústí nad Labem organisiert und vom 30.05. bis 02.06.2019 stattfinden.

Höhepunkt werden die Neuwahlen der Koordinatoren beim nächsten Treffen im April 2019 in der Slowakei sein.

Schömmel Hans-Peter
Stellv. Hauptkoordinator des SFEL-R