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Archiv 2023

81 Jahre Lidice – Gedenken in der "Zeitenwende"

Am Staatsakt der tschechischen Regierung anlässlich des Jahrestages der Vernichtung des Dorfes Lidice durch die deutschen Faschisten am 10. Juni 1942 nimmt das Ständige Forum der Europäischen Linken - der Regionen (SFEL-R) seit Jahrzehnten teil. Dieses Verbrechen galt als Vergeltung für das Attentat auf den SS-Obersturmbannführer und sogenannten Reichsprotektor von Böhmen und Mähren, Reinhard Heydrich. Eines der vielen Kriegsverbrechen, wie sie durch die Faschisten auch in der Sowjetunion oder Oradour-sur-Glane in Frankreich begangen wurden.

Das SFEL-R nimmt als Gast der Kommunistischen Partei Böhmen und Mähren (KSČM) am jährlichen Gedenken des tschechischen Volkes teil, um an die Ermordung und Verschleppung in Konzentrationslager der unschuldigen Männer, Frauen und Kinder und der barbarischen Zerstörung des Dorfes Lidice zu erinnern. In den 90er Jahren beteiligten sich Genoss*innen aus Brandenburg und Sachsen an der Wiederherstellung des Rosengartens von Lidice. Wir sind sehr stolz, dass unser Einsatz auf der Erinnerungstafel am Rosengarten dokumentiert ist.

Worin zeigt sich die "Zeitenwende"? In Tschechien bildet seit ca. einem Jahr ein rechtes bürgerliches Lager die Regierung. An dessen Spitze steht ein ehemaliger NATO-General. Jeder Staatsakt hat seine Regeln, die einen sicheren Ablauf gewährleisten sollen. Dazu gehört auch eine Ehrenregiment der tschechischen Armee. Auffällig war in diesem Jahr ein sehr distanziertes Auftreten der Organisatoren, was wir auch als "unplanmäßige" Gäste zu spüren bekamen. Deutlich wurde ebenfalls eine stärkere Abgrenzung der "Offiziellen" von den übrigen Teilnehmer*innen und ein demonstratives Auftreten durch die Sicherheitskräfte.

In diesem Jahr reisten wir mit unserer Co-Landesvorsitzenden Katharina Slanina an und ein herzliche Begrüßung waren wir gewohnt. Trotzdem war eine gewisse Unsicherheit bei den tschechischen Genossinnen und Genossen zu bemerken. Sie resultiert wahrscheinlich aus der Stellung der KSČM zur neuen Regierung und den Konflikten in der KSČM, die zu Auseinandersetzungen und auch Parteiaustritten führten. Dass man in Tschechien auch die Entwicklung in Deutschland wahrnimmt wurde deutlich, als ein Herr auf unser großes, mit roten Nelken bestücktes Gebinde mit der Bemerkung wies: "Sind dies die Blumen von Sahra Wagenknecht?" – "Nein, von DIE LINKE. Brandenburg", unsere Antwort.

Seitens der KSČM war auch deren Vorsitzende und Europaabgeordnete Kateřina Konečná anwesend, der wir uns vorstellten. Mangels eines Dolmetschers kam es zu keinem konkreten Gedankenaustausch. Unsere kleine Delegation war in der Zeit mit den Genossinnen des "Klubs der Linken Frauen" und den uns bekannten Mitgliedern der KSČM in Kontakt.

Im Gegensatz zu den früheren Jahren wurde unser Gebinde nicht vom Ehrengeleit übernommen. Deshalb schlossen sich Katharina Slanina und Monika Schömmel (LAG Netzwerk EL) ohne Ehrengeleit mit unserem Gebinde den letzten "Offiziellen" an. So gelangte unser Gebinde mit der Schleife "Gegen Faschismus und Krieg" neben das der KSČM. Andere "nicht geplante" Gäste mussten ihre Kränze vor der Gedenkstätte ablegen. So betrifft die Zeitenwende nicht nur die Militarisierung unserer Länder, sondern auch die Situation in unseren Parteien und des öffentlichen Umganges mit ihnen.

Monika Schömmel
Sprecherin Netzwerk EL                                                  Fotogalerie/Fotogalerii

Frieden, Brot und Rosen

Friedenscamp 2023

die Teilnehmer

Vom 12. bis 13. Mai 2023 fand nahe der Stadt Sobotka (Tschechien) ein Friedenscamp des Ständigen Forums der Europäischen Linken der Regionen (SFEL-R) statt. Höhepunkt des Treffens war das Forum am 13. Mai. Dieser Tag stand ganz unter dem Thema "Der 7. Kongress der Europäischen Linken und seine friedenspolitische Bedeutung für die politische Arbeit der Mitgliedsparteien in Europa". Als besonderen Gast durften wir den Genossen Walter Baier, den Präsidenten der Europäischen Linkspartei (EL), begrüßen. Als Vertreter der anwesenden Parteien waren Petr Šimůnek, 1. Stellvertreter der der Kommunistischen Partei Böhmens und Mährens (KSČM), und unsere Co-Landesvorsitzende Katharina Slanina anwesend.

Walter Baier erläuterte in seinen Ausführungen die Beschlüsse des 7. Kongresses der EL. Allen war klar, dass der Krieg in der Ukraine ein Wendepunkt darstellt. Mit diesem Krieg trat erstmals die Debatte eines Atomkrieges in die breite Öffentlichkeit. Krieg muss in seiner Komplexität begriffen werden und nicht erst, wenn er in Europa ist. Krieg geht immer zu Lasten der Völker der Welt.

Im Wahlprogramm der EL ist die europäische Sicherheit ein wichtiges Kapitel. Wir müssen das Wettrüsten stoppen. Immer mehr Länder müssen den Atomwaffenverbotsvertrag unterzeichnen, damit wir zu einem atomwaffenfreien Europa kommen. Frieden ist unteilbar.

Viele Fragen zur Arbeit der Parteien in der EL wurden aufgeworfen. Auch wenn die Europäische Linkspartei bisher keine klassische Partei der Mitglieder ist, so sollten die Festlegungen im Statut ausgeschöpft werden, um eine Beteiligung der Basis zu ermöglichen. Den hunderttausenden Mitgliedern in Europa muss die Möglichkeit gegeben werden, sich in regionalen Netzwerken politisch für die Umsetzung der Politik der Europäischen Linkspartei einzubringen. Auch die im Statut festgeschriebene Möglichkeit, als Einzelmitglied der Partei beizutreten, sollte genutzt werden.

Der Genosse Walter Baier versprach, sich dafür einzusetzen. Alle Fragen, die an diesem Tag diskutiert wurden, wurden in einer Erklärung im Forum zusammen gefasst und in der Diskussion beschlossen. Die Teilnehmer*innen konnten am Lagerfeuer und bei einem kleinen Politbasar Gespräche führen, sich kennen lernen und auch ein gutes tschechisches Bier genießen.

Monika Schömmel                                             Fotogalerie/Fotogalerii Vesec u Sobotky
Sprecherin LAG Netzwerk EL                          
Fotogalerie Friedenscamp/Fotogalerii Mírový tábor

 

8. Mai - Tag der Befreiung

Gedenken in Terezín und Berlin

Am 8. Mai 1945 kapitulierte die deutsche Wehrmacht in Berlin-Karlshorst vor den Mächten der Antihitlerkoalition. Damit endete der zweite Weltkrieg in Europa. Der 8. Mai ist der Tag der Befreiung, der Befreiung von einem menschenverachtenden System, von Mord, systematischer Ausrottung von Menschengruppen und unsäglichem Leid. Ein Tag, an dem 60 Millionen Opfer zu beklagen waren. Davon allein 28 Millionen Menschen aus der Sowjetunion. Noch in den letzten Tagen dieses Krieges wurden zahlreiche Menschen diesem Wahnsinn geopfert.

Die Landesarbeitsgemeinschaft Netzwerk Europäische Linke (LAG Netzwerk EL) besuchte am 6. Mai 2023 im Auftrag des Landesvorstandes der LINKEN Brandenburg die Gedenkstätte in Terezín (Tschechien) und nahm dort an der Gedenkveranstaltung der Kommunistischen Partei Böhmens und Mährens (KSČM) teil. Dort standen wir an der Hinrichtungsmauer, an der noch am 2. Mai 1945 52 Gefangene hingerichtet wurden, sechs Tage vor der Befreiung des Lagers durch die Rote Armee. Mehr als 140.000 Häftlinge waren in Terezín untergebracht, 38.000 starben dort, fast 90.000 wurden in Vernichtungslager weitertransportiert.

Frieden, die Wahrung des Friedens bleibt die wichtigste Aufgabe aller Menschen. Er bedarf unseres aktiven Einsatzes – vor allem, wenn wir auf das Elend von Millionen von Menschen schauen, die vor Krieg, Terror und Gewalt weltweit auf der Flucht sind. Dazu gehört für uns Linke untrennbar der Kampf gegen Rassismus.

Aber wieder stehen wir am Rande eines Krieges in Europa. Deshalb gedenken wir besonders an diesem Tag an die mit der Sowjetunion verbündeten Armeen der Antihitlerkoalition, aber auch an den Antifaschistischen Widerstand und die Partisanenbewegungen. Es ist nicht vorbei und wir dürfen nicht vergessen. Deshalb stellen wir uns weiter, überall wo es nötig ist, einem neu aufflammenden Faschismus entgegen.

Das Treptower Ehrenmal, an dem wir am 8. Mai ein Gebinde niederlegten, ist ein Mahnmal für den Frieden. Deshalb fordern wir Waffenstillstand, Verhandlungen und einen dauerhaften Frieden – überall auf der Welt.

Monika Schömmel
LAG Netzwerk EL

Kriege beenden – Frieden schaffen

137. Geburtstag von Ernst Thälmann

Anlässlich des 137. Geburtstages des Widerstandskämpfers und Kommunisten Ernst Thälmann am 16. April 2023 legten auch Mitglieder des Ständigen Forums der Europäischen Linken - der Regionen (SFEL-R) ein Blumengebinde nieder. Die Zusammenarbeit der Brandenburger LINKEN und besonders der Kommunistischen Partei Böhmens und Mährens (KSČM) hat nach dem Abriss der Gedenkstätte in Ziegenhals 2010 wesentlich dazu beigetragen, dass heute der Gedenkstein an die illegale Tagung der KPD unter der Leitung von Ernst Thälmann in Ziegenhals (Königs Wusterhausen) erinnert.

Aber Tradition heißt auch, die jetzige Lage in Deutschland und in der Welt betrachten und es ist sicher im Sinne Thälmanns aufzurufen, Kriege zu beenden und Frieden zu schaffen. Seinen Einsatz für den Frieden musste er mit seinem Leben bezahlen. Wir, die Genoss*innen der Landesarbeitsgemeinschaft Netzwerk Europäische Linke (LAG Netzwerk EL), wollen eindringlich, auch oder besonders am Geburtstag von Ernst Thälmann, daran erinnern, dass Kommunisten und Sozialisten aus den Ländern der Welt eindringlich mahnen und dafür kämpfen müssen:

Legt die Waffen nieder, kommt an den Verhandlungstisch und beendet das Sterben

Monika Schömmel
Stellv. Hauptkoordinatorin des SFEL-R

 

Treffen linker Frauen in Prag

Wir Frauen fordern Frieden in Europa und in der Welt

Internationale Frauentagsfeier in Prag: Rede von Monika Schömmel

Auf Einladung des Levicový klub žen z.s. (Clubs der LINKEN Frauen) der Tschechischen Republik nahm eine Delegation unseres Landesverbandes an einer festlichen Veranstaltung anläßlich des Internationalen Frauentages im ZK-Gebäude der KSČM in Prag teil. Bei einem voll besetzten Saal von über 300 Teilnehmerinnen und wenig männlichen Gästen wurden wir sehr herzlich empfangen. Weitere Frauen waren aus der slowakischen Republik, der sozialistischen Republik Kuba und Belarus angereist.

Monika Schömmel, Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft Netzwerk Europäische Linke, sprach in einem Gastbeitrag in Vertretung unserer Delegation über die Situation der Frauen in Deutschland und in Tschechien – darüber, dass sich die Rolle der Frau nach der politischen Wende verändert hat und dass es auch heute noch wesentliche Unterschiede in der Gleichstellung zwischen Mann und Frau gibt. Frauen bekommen in Tschechien, ebenso wie in Deutschland, im Durchschnitt weniger Geld als Männer, Frauen sind eher von Arbeitslosigkeit betroffen und sie haben weniger Chancen Spitzenpositionen zu besetzen.

Aber sie erinnert auch an die Frauen in der Welt, die auf das Schärfste in ihrer Selbstbestimmung eingeschränkt sind, die ihre Gesichter verstecken müssen, wenn sie auf die Straße gehen und denen ein Schulbesuch verboten wird. Wir müssen auch mit diesen Frauen solidarisch sein.

Sie sagte: "Wir Frauen fordern Frieden. Frieden in Europa und in der Welt. Ein gleichberechtigtes Leben geht nur im Frieden. Deshalb Schluss mit den Waffenlieferungen, zwingen wir unsere Regierungen sich für Verhandlungen einzusetzen,damit das Blutvergießen aufhört."

Die anschließende musikalische Umrahmung der Veranstaltung durch die Musikgruppe "Kapela KAPKA" sorgte durch ihre Beiträge für einen sehr lockeren rhythmischen Ausklang der Veranstaltung.

Unsere Delegation übergab der bisherigen Vorsitzenden der "Linken Frauen", Alena Grospičová, als Gastgeschenk einen Keramikteller mit der Friedenstaube. Das Gastgeschenk sollte gleichfalls eine Einladung zum Friedenscamp des Ständigen Forums der Europäischen Linken - der Regionen (SFEL-R) vom 12. bis 14. Mai 2023 ebenfalls in der Tschechischen Republik sein.

Wir dankten unseren tschechischen Genossinnen und fanden auch noch Zeit für einen kurzen Stadtbummel durch die goldene Stadt Prag.

Hans-Peter Schömmel
Mitglied des Koordinierungsrates des SFEL-R

DIE LINKE - ist dem Frieden verpflichtet!

Die LINKE ist dem Frieden verpflichtet! – Das gilt ohne Wenn und Aber, so wie ihr Eintreten für die sozialen Rechte der Menschen in dieser Gesellschaft, der Hilfe und Solidarität für Menschen, die in Not sind, und auch für die Einhaltung der Programmatik unserer Partei.

Wir vergessen weder unsere Geschichte, noch lassen wir uns durch die aktuelle Medienpolitik in unserem Handeln verunsichern und in die rechte Ecke stellen. Im Leben gibt es Zeitpunkte, in denen man die eigenen Positionen zum Weltgeschehen klären muss, um aktiv zu werden. Dies gilt für jedes Parteimitglied. Nicht immer bekommt man Zuspruch und muss sich korrigieren. Maßstab für die Richtigkeit unseres Handels sollten nicht zuletzt die Menschen in unseres Landes sein. Das Hauptproblem unserer Tage, der Kampf für Frieden und Sicherheit besonders in Europa, ist so ein Zeitpunkt, der eine solche Eigenprüfung von jedem Mitglied verlangt.

Mindestens 30.000 Teilnehmer*innen am Wochenende, die für Frieden in der Ukraine ein Zeichen setzten, sind ein Auftrag für uns, noch konsequenter gegen Waffenlieferungen und Verhandlungen einzutreten. Bisher 700.000 Unterschrift unter dem "Manifest für den Frieden" zeigen, dass es hier eine geschlossene Unterstützung für die Forderungen einer wachsenden Friedensbewegung geben muss. Dies ist natürlich eine Aufgabe, die nicht allein auf die LINKE begrenzt ist, sondern auf alle friedliebenden Menschen in Europa und darüber hinaus. Ein Baustein dafür war die Gründung der Europäischen Linken (EL) 2004 in Rom. Im Dezember 2022 beschloss der 7. Kongress der EL mit der Losung "Frieden - Brot und Rosen" eine gleiche Zielsetzung wie die LINKE in der Friedensfrage.

Am 20. Februar 2022 protestierten Mitglieder des Netzwerkes des "Ständigen Forums der Europäischen Linken - der Regionen" (SFEL-R) für den Frieden in Prag vor der US-Botschaft, um der extrem hochgekochten Kriegsgefahr gemeinsam mit tschechischen Genoss*innen entgegenzutreten. Wir sehen das als Beispiel und Ausdruck der Solidarität in der Europäischen Zusammenarbeit der Linken. Im Mai wird es ein Friedenscamp des Netzwerkes SFEL-R in Tschechien geben. Dazu sind die Mitglieder des Landesverbandes und auch darüber hinaus herzlich eingeladen.

Hans-Peter Schömmel
Mitglied des Koordinierungsrates des SFEL-R

Frieden, Solidarität und Zusammenarbeit

Am 17. Februar 2023 traf sich der Koordinierungsrat des Ständige Forum der Europäischen Linken - der Regionen (SFEL-R) im ZK der Kommunistischen Partei Böhmen und Mähren (KSČM) zur ersten gemeinsamen Beratung nach dem 7. Kongress der Europäischen Linken in Prag. Nach dem Abschluss des neuen Rahmenvertrages dieses Netzwerkes im vergangenen Jahr waren auch Petr Šimůnek und Milan Krajča, beide ZK-Mitglieder, und aus Brandenburg die CO-Landesvorsitzende der LINKEN, Katharina Slanina, anwesend. In der Tagesordnung ging es um die Auswertung des 7. Kongresses der Europäischen Linkspartei in Wien und um die Gestaltung und Realisierung des Halbjahresplanung für das laufende Jahr.

Im Vordergrund des Meinungsaustausches standen die Leitlinien des Netzwerkes "Freundschaft - Solidarität und Zusammenarbeit". Auch unter den durchaus nicht einfachen Bedingungen im Friedenskampf beider Parteien. Ziel war es eine größere Aufmerksamkeit in der Bevölkerung durch die Veranstaltungen des SFEL-R zu erreichen und somit auch bessere Ergebnisse bei den Europawahlen im nächsten Jahr für beide Parteien.

Zu Beginn der Sitzung übergab die Sprecherin der LAG Netzwerk EL eine sachbezogene Spende eines deutschen Antifaschisten für das traditionelle Treffen der Antifaschisten in Mála Úpa an der tschechischen Grenze zu Polen. Diese Treffen jährt sich in diesem Jahr zum 101. mal und ist sowohl für tschechische, deutsche und polnische Antifaschisten Ausdruck der engen Verbundenheit im gemeinsamen Kampf.

In der Diskussion spielten Fragen der Struktur des Netzwerkes und seine Erweiterung auf andere Linke Parteien in der EL eine wesentliche Rolle. Parteien mit unterschiedlichem Status in der EL (Beobachter oder Vollmitglieder) haben durchaus auch unterschiedliche Auffassungen, wenn es um Organisationsfragen zu Veranstaltungen des Netzwerkes geht. So zum Beispiel zum Internationalen Frauentag oder der Planung eines gemeinsamen Friedenscamp im April diesen Jahres in der tschechischen Republik.

Besonders freudig wurde der Vorschlag des Genossen Petr Šimůnek (1. Stellv. der KSČM)aufgenommen, nach den Coronajahren das jährliche Bürgermeistertreffen der beiden Parteien wieder aufleben zu lassen. Hier besteht ein aktuelles Interesse zum Meinungsaustausch und einer Vertiefung der parlamentarischen Arbeit.

Das Treffen des Koordinierungsrates zeigte, wie wichtig die Zusammenarbeit der Parteien in der Europäischen Linken ist, wenn wir gemeinsam den Frieden in Europa erreichen wollen und wie wir gesellschaftliche Veränderung erreichen können.

Peter Schömmel
Mitglied des Koordinierungsrates des SFEL-R

 

Es ist Zeit zur Geschlossenheit der LINKEN

Am 7. Februar 2023 gedachten Mitglieder der Landesarbeitsgemeinschaften Netzwerk Europäische Linke (EL) und KPF der Tagung des ZK der KPD im Februar 1933

Es ist Zeit zur Geschlossenheit der LINKEN, das lehrt uns auch der 2010 eingeweihte Gedenkstein in Ziegenhals, unweit von Königs Wusterhausen. Er erinnert an eine antifaschistische Gedenkstätte der DDR und an die letzte Tagung des ZK der KPD nach der Machtergreifung des Hitlerfaschismus. Am 7. Februar 1933 fand eine illegale Sitzung im Sporthaus Ziegenhals, unter Leitung von Ernst Thälmann und führenden Kommunisten wie Walter Ulbricht und Wilhelm Pieck, um nur einige zu nennen, statt. Der Kernsatz der Aufschrift des Gedenksteines lautet:

Beginn des organisierten Widerstandes gegen die Herrschaft des Faschismus.

Nun leben wir 90 Jahre später und die Gefahr von rechter Gewalt und die zunehmende Stärke einer rechten Partei, wie der AfD, ist Realität. Grundlegende soziale Verbesserungen in der Gesellschaft lassen sich eben nur durch eine progressive Mehrheit in der Bevölkerung und einer einheitlichen politischen linken Kraft realisieren. Sie verhindert, dass sich eine solche Geschichte wiederholt. Diese Haltung stand auch hinter der Idee zur Errichtung dieses Gedenksteines.

Man kann Geschichte nicht auslöschen. Jung und auch Alt müssen aus ihrem Leben Lehren ziehen um Veränderungen zu erreichen. Die Inschrift des Steins soll Anstoß zum Nachdenken sein. Dafür ist eine lebendige Basisarbeit notwendig. Als Mitglieder der Europäischen Linkspartei haben wir an diesem Gedenktag, so wie in jedem Jahr, ein Blumengebinde niedergelegt, auch im Namen unserer Genoss*innen in den befreundeten Parteien.

Hans-Peter Schömmel
LAG Netzwerk EL
LAG KPF

 

Brandenburg´33

Orte des Schreckens ganz nah…

Sonja Newiak

In Jamlitz-Lieberose (Landkreis Dahme-Spreewald) befand sich eine Außenstelle des KZ Sachsenhausen, in dem von 1943 bis 1945 etwa 10.000 Häftlinge aus verschiedensten Ländern und Haftgründen litten. In der nackten Heide sollten sie unter schwerster körperlicher Arbeit den Truppenübungsplatz "Kurmark" errichten. Kälte, Hunger, Entkräftung, die Brutalität der SS-Wachmannschaften führte zum Tod sehr vieler Häftlinge. Entkräftete, die nicht mehr "nützlich" waren, wurden ins Gas nach Auschwitz geschickt.

Als die Rote Armee näher kam, wurde das Lager aufgelöst, die Mehrzahl der Häftlinge auf einen 170 km langen Todesmarsch geschickt, den die Schwächsten nicht überlebten. Wer nicht mehr gehen konnte, wurde am Straßenrand von der SS erschossen. Die letzten im Außenlager verbliebenen 577 Häftlinge wurden am 2. Februar 1945 vor Ort erschossen. Ihre Gebeine wurden bei Straßenbauarbeiten in den 70er Jahren aufgefunden, eingeäschert und auf dem Friedhof Lieberose beigesetzt. Seitdem erinnern ein Mahnmal und eine symbolische Gruft an die vielen Opfer, die es hier gegeben hat. In einem kleinen Museum kann man alles zur Geschichte des Lagers erfahren und Fundstücke aus dieser Zeit anschauen.

Mit der Wende geriet diese Stätte des Gedenkens in die üblichen Schwierigkeiten: niemand von offizieller Seite nahm sie in seine Verantwortung, es fehlte Geld und Personal. Nur dank der Unermüdlichkeit des in der Not gebildeten Vereins und ganz besonders seines Vorsitzenden Peter Kotzan konnte sich die Gedenkstätte erhalten und letztlich auch finanzielle Mittel zur dringend notwendigen Instandsetzung der Außenanlagen erkämpfen. Auch der Kreisverband DIE LINKE. Lausitz und die Landesarbeitsgemeinschaft Netzwerk Europäische Linke der LINKEN Brandenburg (LAG Netzwerk EL) beteiligten sich an der Spendenaktion zur Rettung des Mahnortes mit 300 Euro, gesammelt bei unseren Mitgliedern.

Seit Jahren schon findet am Jahrestag des Massakers, am 2. Februar, das gemeinsame Gedenken der Opfer statt. In diesem Jahr, am 2. Februar 2023, mit offizieller Eröffnung nach den Instandsetzungsarbeiten unter hochrangiger Teilnahme und der Würdigung des jahrzehntelangen Engagements Peter Kotzans. Die Gedenkrede hielt die Präsidentin des Brandenburger Landtages, Prof. Dr. Ulrike Liedtke (SPD), in Anwesenheit des Landrates, Stephan Loge (SPD), und Bernd Boschan, Amtsdirektor des Amtes Lieberose/Oberspreewald, dem Peter Kotzan für seine Unterstützung dankte und ihn mit der Gedenkstättenmedaille auszeichnete.

Mit den bewegenden Worten Julius Fučíks aus seiner "Reportage unter dem Strang geschrieben", die mit den Worten "Menschen, ich hatte euch lieb, seid wachsam" endet, endete die Feierstunde und alle Teilnehmenden begaben sich auf den Hügel mit der Gruft. Hier weihten Peter Kotzan und Bernd Boschan eine weitere Namenstafel für den niederländischen Häftling Anton Bullens ein und legten einen Kranz nieder.

Gemeinsam mit anderen Teilnehmenden schmückten wir, Mitglieder des Kreisvorstandes DIE LINKE. Lausitz und der LAG Netzwerkes EL, das Rondell mit ihren Kränzen und Blumen. Vom Hügel wehten die Fahnen der Herkunftsländer der ehemals hier Gefangenen als Botschaft zu überwindender Feindschaft, für einen Geist eines guten und gewaltfreien Miteinanders.

Sonja Newiak
LAG Netzwerk EL                                                           Fotogalerie/Fotogalerii

Beginn der Auswertung des 7. EL-Kongresses

Kongress der Europäischen Linken in Wien

Unter dem Leitgedanken des 7. Kongresses der Europäischen Linken (EL) vom Dezember vergangenen Jahres

„Peace - Bread - Roses“

begann das Netzwerk des „Ständigen Forum der Europäischen Linken - der Regionen“ (SFEL-R) am Vortag der Ehrung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg mit einer Diskussionsrunde im Erholungszentrum am Hölzernen See in Heidesee.

So richtungsweisend wie der Titel ist auch die Aufgabenstellung für die solidarische und internationalistische Haltung der Linken Europas. Das zeigte sich in den erarbeiteten Dokumenten und den Aufgaben für die gemeinsame Programmatik der über 40 anwesenden Parteien in Wien vom 09.- bis 12.12.2022. Es bedarf sicher noch eine Zeit,die hier beschlossenen Dokumente in die einzelnen Landessprachen zu übersetzen. Trotzdem hat das Netzwerk SFEL- R,dass auch in unserem Landesverband eine feste Größe ist, mit der Umsetzung schon begonnen

Unsere Co-Landesvorsitzende Katharina Slanina begrüßte zu diesem Treffen die 33 angereisten tschechischen Vertreter und Gäste der KSCM Tschechiens und die Mitglieder der LAG Netzwerk EL zu diesem Meinungsaustausch. 3 Gastdelegierte aus Brandenburg hatten gemeinsam mit 2 tschechischen Genossinnen an diesem Kongress teilgenommen. Sie waren nicht nur Gastdelegierte, sondern berichteten an ihrem Infostand über ihre solidarische und internationalistische Zusammenarbeit mit Linken in Europa,an zahlreichen Beispielen ( www.sfel-r.de)

Natürlich war die Erhaltung des Friedens ein Schwerpunkt in der emotional geführten Diskussion zu diesem Thema. Peter Schömmel, der im Koordinierungsrat des SFEL-R die Kommunistische Plattform vertritt, sprach einleitend zu der komplizierten Lage in Europa und der Pflicht für die Frieden fordernde Grundsätzen sozialistischer und kommunistischer Parteien,wie sie der Kongress aufzeigte, geschlossen einzutreten.

Solidarität und Zusammenarbeit ist die Voraussetzung nationale Probleme zu erkennen und ihre Lösung zu einer tragenden Kraft in der europäischen Linken werden zu lassen. Unsere Forderung ist aktueller denn je, gemeinsam für den Frieden zu kämpfen und solche Foren des politischen Austausches mit den anderen Parteien der EL auszubauen. Die Organisation eines Friedenscamps im Mai diesen Jahres mit allen Friedensfreunden soll ein weitere Beitrag dazu sein,den Druck auf die Regierenden zu verstärken. Hier erwarten wir stärkere Impulse auch von unseren Parteien.

Monika Schömmel (Sprecherin der LAG) berichtete über den Inhalt der Dokumente und die Diskussionen auf dem Kongress. „Brot und Rosen“ stehen in Synonym für die Wichtigkeit des sozialen Kampfes für die Menschen in unserer Gesellschaft, für gerechte Löhne,Renten und soziale Unterstützung unserer Menschen. Eine Aufgabe,mit der man sich auf der Straße und im Parlament europaweit beschäftigen muss. Sie erinnerte an die Aussage des Neuen Präsidenten der Europäischen Linken Walter Baier ( KPÖ ), der in seiner Rede über den Zusammenhang zwischen der sozialen Situation in den Ländern der EU und der politischen Haltung zu Wahlen zum Europäischen Parlament sprach

„Rosen“ stehen für eine Kultur des Miteinander,der Zusammenarbeit und der Kultur des Umganges in und zwischen den Parteien in Europa und darüber hinaus. Die 9 Punkte der Forderungen des 7. Kongresses für ein anderes Europa schaffen die Voraussetzung für ein gemeinsames Wahlprogramm zu den Europawahlen,wenn die Wähler in unseren Ländern diesen Willen zu Veränderungen aufbringen.

In den Stellungnahmen bei unserem Treffen mit den tschechischen Genoss*innen kamen durchaus auch gleiche Probleme in der politischen Arbeit in der Partei, wie auch bei uns, zum Ausdruck. Die schlechten Ergebnisse bei den Parlamentswahlen sind ein Zeugnis dafür. Sie schätzen die Zusammenarbeit und den Meinungsaustausch mit uns. Aber auch hier ist der markante Satz für die Meinung einer Vielzahl von Wählern, wie wir sie übrigens in den meisten Ländern Osteuropas spüren. Hier ist ihnen das nationale Hemd näher als die europäische Hose. Fremde westliche NATO Truppen stehen gegenwärtig bei ihnen und nicht in London,Berlin oder Paris. Das hat seine Wirkung.

Der Koordinierungsrat des SFEL-R wird zur nächsten Sitzung, geplant am 17. Februar 2023 in Prag, konkrete Vorschläge in Vorbereitung der Europawahlen und des Friedenscamps beraten. Die Teilnehmer des Meinungsaustausches ehrten am folgenden Tag, gemeinsam mit Tausenden Linken und gleichgesinnten Bürgern und Gästen Berlins, die durch rechte Gewalttäter ermordeten Kommunisten Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg am Ehrenmal der Sozialisten in Friedrichsfelde.

Monika und Hans-Peter Schömmel                                    Fotogalerie/Fotogalerii

Liebe Genossen
und Freunde,

ich wünsche
Gesundheit
und Frieden!!
PF 2023

Monika Hoření
aus Prag

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