Politik im SFEL-R / Politika v SFEL-R 2024

NIE WIEDER - IST JETZT

Erneute Schändung des antifaschistischen Gedenksteins in Ziegenhals!

Traditionell versammelten sich Mitglieder der LAG Netzwerk Europäische Linke (EL) der Linken Brandenburg am 7. Februar 2024 am Gedenkstein in Ziegenhals. Betroffen mussten wir feststellen, dass der Stein, der an die Illegale Tagung der Kommunistischen Partei Deutschlands im damaligen Sporthaus Ziegenhals unter der Leitung von Ernst Thälmann erinnert, geschändet war. Diese Tagung war der Beginn des organisierten Widerstandes gegen den Faschismus.
Schon im Jahre 2021 wurde die Platte auf dem Stein abmontiert. Damals tat man es als Buntmetalldiebstahl ab. Der Kreisverband Landkreis Dahme Spreewald konnte mit Hilfe auch unserer Spenden den Schaden beseitigen. Jetzt hat man die Platte wieder mit brachialer Gewalt entfernt. Nur diesmal war es kein Buntmetall, sondern beschichtetes Aluminium.
Das Ständige Forum der Europäischen Linken- der Regionen (SFEL-R) und die LAG Netzwerk EL hatten hier einen besonderen Anteil an der Errichtung des Gedenksteines nahe des authentischen Ortes. Mit Spendenaufrufen auf linken Veranstaltungen, mit Spenden unserer tschechischen und französischen Genoss*innen, mit Spenden des VVN BdA und mit Spenden des Kreisverbandes der Linken Lausitz und des LDS konnte dieser Stein auf dem Areal, dass dem Kreisverband LDS gehört, errichtet werden.
Das geschaffene Bündnis aus Antifaschisten aus Deutschland, Frankreich und Tschechien erbrachte eine Spendensumme von über 15.000 Euro ein.
Vor allem ist es den Genoss*innen und Antifaschist*innen Horst und Marianne Brand und dem Genossen Michael Wippold sowie dem Ernst Thälmann Verein zu verdanken, dass sich jährlich immer wieder hunderte Antifaschist*innen auch Vertreter der Europäischen Linkspartei und des Europäischen Parlaments an dem Gedenkstein einfinden.
Man muss kein Hellseher sein um den Grund für diese wiederholte kriminelle Attacke zu beurteilen. Im Antwortschreiben an Genossin Marianne Brand, die im Jahre 2021die Anzeige wegen der Schändung der Kriminalpolizei übergeben hatte, lässt sich der Hintergrund erkennen. „Möglicherweise waren esMetalldiebe die eine ca. 30 cm Messingplatte aus dem Gedenkstein entfernt haben“?
Die jetzige Platte mit der gleichen Aufschrift war aber aus beschichtetem Aluminium und man sollte den Wert auch nach seiner politischen Bedeutung und der Geschichte unseres Landes beurteilen.
                                     NIE WIEDER - IST JETZT
Die wiederholte kriminelle Schändung des Gedenksteins hat also doch politische Hintergründe, denen man nachgehen muss. Und nicht nur in der Bearbeitung dieses kriminellen Falles, sondern in seiner politischen Aussage. Gedenkstätten an die Zeit des Faschismus und des Gedenkens in der DDR waren schon so oft Attacken rechter und faschistischer Kräfte ausgesetzt. In der Bildungsarbeit der DDR besuchten 100.000 Schüler, Jugendliche und Erwachsene die Bildungsstätte und gedachten des Vermächtnisses.

Monika und Hans- Peter Schömmel
Die Linke - Brandenburg
SFEL-R - LAG Netzwerk der Europäische Linken

Links heißt: Internationalismus und Solidarität

Traditionell nahm das Ständige Forum der Europäischen Linken – der Regionen am zweiten Januarwochenende an der Ehrung der beiden führenden Mitglieder der KPD, die von Freikorps ermordet wurden, teil.
In diesem Jahr gestalteten wir mit tschechischen Genoss*innen und mit Genoss*innen der KPÖ einen gemeinsamen Infostand. Dieser Treffpunkt war eine gute Entscheidung. Es kamen viele Menschen, die sich für die Arbeit der Europäischen Linken und für unser Forum interessierten.
Politischer Schwerpunkt unseres Standes waren die Informationen über die anstehenden Europawahlen.
Natürlich gab es auch viele Begegnungen, bei denen über die Lage der Linken in Deutschland diskutiert wurde. Da gab es Hoffnung, aber auch Resignation, aber die meisten waren sich einig, unser kleinster gemeinsamer Nenner muss die Erhaltung und Wiederherstellung des Friedens und die Zurückdrängung aller reaktionären und faschistischen Kräfte in Europa sein. Wir müssen von unseren Regierungen und von der EU verlangen, dass sie alle Gelegenheiten nutzen, um den Weg zu Friedensverhandlungen zu ebnen. Statt weiter aufzurüsten, sollten sich die Regierungen dem von der UN beschlossenen Atomwaffenverbotsvertrag anschließen.
Die Europäische Linke wird gebraucht, dass wollten wir deutlich machen. Ohne eine linke Gemeinschaft in Europa wird es keinen Frieden geben. Das sehen wir an dem Erstarken der rechtsextremen Parteien in den Ländern. Deshalb ist es wichtig, die Solidarität zu pflegen, im Austausch zu bleiben und gemeinsame Aktionen wie hier am Rande der LL-Demo zu gestalten.
Besonders gefreut hat uns natürlich, dass der Präsident der Europäischen Linken (EL), Gen. Walter Baier, und zahlreiche Mitglieder des Parteivorstandes der EL zu einem Besuch zu uns kamen. Fragen der Solidarität und des Internationalismus spielen aktuell eine immer größere Rolle. So auch das Problem der Einzelmitgliedschaft in der Europäischen Linken. Hier wird man sich zukünftig Gedanken machen, wie man diese linken Kräfte stärker einbinden kann.
Die Tausenden Menschen, die zur Ehrung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg gekommen waren, müssen sich zusammenschließen und in Deutschland gegen das Erstarken der AfD eintreten. Die Worte von Karl Liebknecht sind so wahr wie nie: „Der Hauptfeind steht im eigenen Land“.
Karl und Rosa haben ihr Leben für die Sache gegeben und es ist unsere Pflicht, ihr Vermächtnis weiter zu tragen.
Es war ein guter Tag, ein Tag des Treffens, der Gespräche und der Gewissheit, nur gemeinsam sind wir stark.
Vielen Dank an alle Menschen, die wir an unserem Stand begrüßen durften, danke an den Landesvorstand Brandenburg, an Katharina unsere Landesvorsitzende, die als Sprecherin unseres Netzwerkes zeitweilig die Standbetreuung mit übernahm und danke an den BioLaden aus Cottbus, der den Hunger von Demonstranten stillte. Danke an unsere ausländischen Gäste, die den langen Weg zurücklegten.

Monika Schömmel
Sprecherin LAG Netzwerk EL                                        Fotogalerie  von: Peter Schömmel, Frithjof Newiak

Andreas Fritsche - nd

Das Buch „Zerissene Leben“ erzählt von den tschechoslowakischen Opfern des KZ Ravensbrück »Die kahle Fläche, wo einst unsere Häuser gestanden hatten, war von Menschen überfüllt. Auf der Tribüne stand Präsident Edvard Beneš mit Gemahlin und einige Minister der Regierung. Wir, die Frauen von Lidice, standen unter ihnen und schauten auf das Grab unserer Männer«, erinnerte sich Jaroslava Suchánková-Skleničková an die Trauerfeier am 10. Juni 1945. »Ich war so niedergeschlagen, dass ich ... « více / mehr